01/10/2025 – 12 min.
Marokko - Eine Einladung zum Perspektivwechsel
Reisen und Surfen sind eng mit einander verbunden. Surfer*innen sind seit jeher in fremde Länder und abgelegene Orte gereist auf der Suche nach den besten Wellen. Reisen ist eine wunderbare Möglichkeit, neue Welten zu entdecken und die eigene Wahrnehmung zu erweitern. Doch wenn man in ein Land reist, dessen Kultur sich deutlich von der eigenen unterscheidet, kann es schnell zu Momenten des Staunens und der Verwirrung kommen. Besonders, wenn man sich für ein Land wie Marokko entscheidet, trifft man nicht nur auf neue Gerüche, Landschaften und Kultur, sondern auch auf eine andere Lebensweise – eine, die sich von der europäischen sehr unterschiedet.

Eine persönliche Geschichte – Wie sich der Blick auf ein Land verändern kann
Vor fünfzehn Jahren war ich zum ersten Mal in Marokko. Eine meiner allerersten Reisen außerhalb Europas – große Augen, viel Naivität, null Ahnung. Rückblickend: jung, blond, mit Surfboard unterm Arm und ziemlich planlos unterwegs. Es war aufregend, aber auch überfordernd. Voller Neugier, aber auch voller Unsicherheit. Ich wusste nicht, wie ich mit all dem Neuen umgehen sollte – mit der Hitze, den Gerüchen, den Blicken. Und den wenigen Frauen auf der Straße (von Surferinnen ganz zu schweigen). Damals war es in manchen Orten noch nicht alltäglich, Tourist*innen zu sehen – und erst recht keine, die mit Neoprenanzug und Salzwasserfrisur durch die Straßen liefen. Die natürliche Neugier der Einheimischen? Hat mich eher irritiert als neugierig gemacht. Ich bin auf Abwehr gegangen, habe mich beobachtet gefühlt, bewertet – und habe dann selbst bewertet. Statt einfach mal nachzufragen, habe ich dichtgemacht. Mein Kopf war voll mit Gedanken wie: „Warum ist das hier so?“ – aber ohne mir die Mühe zu machen, wirklich verstehen zu wollen. Marokko war mir fremd – und ich war dem Fremden gegenüber nicht offen genug. Ach ja, und natürlich kam – wie sollte es auch anders sein – der Klassiker: Magen-Darm. Der Satz „Pass bloß auf, du weißt doch, wie das Wasser da ist!“ hat mich schon vor der Abreise mehrfach verfolgt. Und ja, ich habe innerlich mit den Augen gerollt. Bis ich dann selbst rollend im Bett lag. Klar, man kann’s doof finden, sich drüber beschweren (hab ich gemacht), wahlweise die ganze marokkanische Küche verdächtigen. Was ich dabei völlig übersehen habe: Es war nicht das Land, es war mein europäischer Sensibel-Magen, der schon bei zu viel Knoblauch Schnappatmung kriegt. Auch hier: erstmal gejudgt, später verstanden. Learning: Die Tajine war nicht das Problem. Ich war’s. Dazu kam, dass die Wellen damals auch nicht der Hit waren (was in Marokko wirklich selten der Fall ist). Alles in allem: nicht mein Lieblingsaufenthalt.
Dann vergingen fünfzehn Jahre, bevor ich zurückkehrte. Dazwischen lagen viele Reisen, viele Begegnungen mit anderen Kulturen, viele Lektionen und ein inneres Wachsen. Und dann, letztes Jahr, war da wieder Marokko: Ein neuer Versuch – diesmal mit anderen Augen, ohne Vorurteile (denn die habe ich nach meinen vielen Reiseerfahrungen abgelegt). Ich ging ohne Bewertung auf das Land zu, und siehe da: Ich war plötzlich total hin und weg. Von der ehrlichen Herzlichkeit. Dem fantastischen Humor – ich hab seit langem nicht mehr so viel gelacht. Dem „Es gibt keine Probleme“-Vibe. Und ja, es gibt nach wie vor Reibungspunkte – aber sind es nicht genau diese, die Gespräche spannend machen, die echte Verbindungen entstehen lassen? (Manchmal auch hitzig, aber hey – besser als Smalltalk)

Ich habe inzwischen in Marokko echte Freundschaften geschlossen, die ich nicht mehr missen möchte. Und ich bin ehrlich dankbar, dass ich die Möglichkeit bekommen habe mein endgültiges Urteil von damals noch mal überdenken zu können. Denn manchmal braucht es einfach ein bisschen Abstand, Reife – und einen ordentlichen Schubs raus aus der Komfortzone –, um zu erkennen: Es war vielleicht gar nicht das Land. Sondern ich.
Zwischen Gastsein und Selbstreflexion – Wie wir fremden Kulturen begegnen können
Wer in ein fremdes Land reist, wird unweigerlich mit anderen Denkweisen, Werten und Alltagsabläufen konfrontiert. Das kann herausfordernd sein – und genau darin liegt auch eine große Chance. Als Gast in einem Land ist es hilfreich, sich bewusst zu machen, dass man nicht kommt, um etwas zu bewerten oder zu vergleichen, sondern um zu lernen. Respekt ist dabei die Grundlage jeder Begegnung: Respekt vor anderen Lebensrealitäten, vor Traditionen, vor einer Geschichte, die man vielleicht noch nicht kennt. Statt vorschnell zu urteilen, lohnt es sich, neugierig zu bleiben: Warum funktionieren Dinge hier anders? Welche Werte stecken dahinter? Und was sagt das über die Menschen aus, die hier leben?
Solche Fragen öffnen Räume – nicht nur im Außen, sondern auch im eigenen Denken. Denn oft wird uns gerade beim Reisen bewusst, wie sehr wir selbst in kulturellen Mustern verankert sind, die wir lange für selbstverständlich hielten. Es ist ein Moment der Selbstreflexion: Welche Überzeugungen trage ich in mir? Und sind sie wirklich universell gültig? Anstatt eigene Maßstäbe auf andere zu projizieren, kann ein offenes Gespräch helfen, Verständnis zu entwickeln. Verstehen ist immer der erste Schritt zur Annäherung – und nicht selten entsteht genau daraus eine tiefe, ehrliche Verbindung. Offenheit ist dabei keine Schwäche, sondern eine Form von innerer Weite, die es erlaubt, das Eigene und das Andere gleichzeitig zu halten – ohne Urteil, aber mit echtem Interesse.

Eintauchen in das marokkanische Leben
Ein wesentlicher Grund, warum wir das Surfen und Yoga in Marokko so lieben, liegt nicht nur in den fantastischen Wellen und der inspirierenden Natur, sondern auch in der Nähe zur marokkanischen Lebenskultur und den Menschen. Diese Nähe ist kein zufälliger Nebeneffekt – wir suchen sie bewusst. In unserem Camp geht es nicht nur um Sport oder Entspannung, sondern auch um das Eintauchen in eine Kultur, die reich an Geschichte und Traditionen ist.
Natürlich gibt es in Marokko auch luxuriöse Hotelkomplexe mit Infinity-Pool, All-inclusive-Buffet und Türöffner in Uniform. Aber bekommt man dort wirklich etwas vom echten Marokko mit? Wir glauben: Eher nicht! Deshalb haben wir uns bewusst für einen Ort entschieden, der vom internationalen Massentourismus weitgehend verschont geblieben ist – und für eine Unterkunft, die nicht nur das marokkanische Leben wiedersiegelt, sondern auch von Einheimischen geführt wird.
Uns geht es darum, unseren Gästen nicht nur einen schönen Aufenthalt zu bieten, sondern auch einen Einblick in die marokkanische Lebensweise – ehrlich, nahbar, respektvoll. Ja, der Komfort ist vielleicht anders definiert als im Hotel. Aber genau darin liegt der Reiz. Wer sich darauf einlässt, entdeckt schnell: Luxus kann auch bedeuten, unter einem Sternenhimmel zu essen, morgens vom Ruf des Muezzins geweckt zu werden und sich in Gesprächen mit Menschen zu verlieren, die ganz anders leben – und einem dennoch unglaublich nah sind.

Was sind Unterschiede? Was bedeutet das in der Realität? Eine Anleitung
In vielen westlichen Kulturen ist Pünktlichkeit ein zentraler Bestandteil des Alltags. Sie gilt als Zeichen von Respekt und Effizienz. Doch in Marokko ist der Umgang mit Zeit oft entspannter. Ein Treffen kann sich verzögern, ohne dass es als unhöflich wahrgenommen wird. Die Flexibilität der marokkanischen Zeitauffassung kann zu Beginn irritierend wirken, besonders wenn man an einen strikten Zeitplan gewöhnt ist. Doch es lohnt sich, diesen anderen Rhythmus zuzulassen und zu erkennen, dass es auch eine Art der Wertschätzung sein kann, denn es wird stets versucht das Beste vom Besten für den „Gast“ zu erreichen . Ein Gast hat im Islam einen sehr sehr hohen Stellenwert und die Pflicht jedes Muslim ist es diesen gut zu behandeln und alles zu versuchen damit er zufrieden ist. Dieser Aufwand wird später von Allah belohnt. Daher kann es passieren , dass es „mal etwas dauert“ bis etwas besorgt oder in die Wege geleitet wird, aber am Ende wird nichts unversucht gelassen. Ist es nicht auch schön sich Zeit für Gespräche und Momente der Ruhe zu nehmen? Das was wir Europäer*innen oft verloren haben. Vielleicht hilft es, den eigenen Blick auf „Zeit“ zu hinterfragen und die Ruhe eines entspannteren Tempos zu schätzen.

Ein weiterer wichtiger Aspekt, den viele Reisende in Marokko erleben, ist der starke Einfluss des Islams auf den Alltag und die Kultur des Landes. Der Islam prägt nicht nur die Architektur und die Rituale, sondern auch die zwischenmenschlichen Beziehungen und das tägliche Leben. Für viele ist es eine bereichernde Erfahrung, sich mit einer der größten Religionen der Welt auseinanderzusetzen und ihre Bedeutung für das Leben in Marokko zu verstehen. Besonders in einer Welt, in der religiöse Vielfalt oft missverstanden wird, kann das Eintauchen in die islamische Kultur und das Beobachten der religiösen Praktiken wie das Gebet oder der Fastenmonat Ramadan ein wertvolles Verständnis für das Leben und die Werte der marokkanischen Gesellschaft eröffnen. Es gilt den Islam nicht als Religion der „Verbote & Unterdrückung“ zu sehen. Das Hauptaugenmerk in der Religion liegt auf der Nächstenliebe & der großen Hilfsbereitschaft innerhalb und außerhalb der islamischen Gemeinschaft. Tritt man den Menschen respektvoll, neugierig und wertfrei gegenüber, wird man den gleichen Respekt erhalten. Es geht nicht darum, die Religion zu bewerten oder zu beurteilen, sondern vielmehr darum, die Perspektive der Menschen zu respektieren und zu erkennen, dass Religion für viele ein zentrales Element ihrer Identität und Lebensweise darstellt. Als Europäer ist es wichtig, die marokkanische Kultur und den Islam aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und sich stets bewusst zu machen, dass beides vielschichtig, historisch gewachsen und nicht losgelöst voneinander zu verstehen ist. Nur durch eine differenzierte Auseinandersetzung kann man Vorurteile abbauen und ein tieferes Verständnis für die kulturelle und religiöse Vielfalt Marokkos entwickeln.

Essen ist mehr als nur Nahrung. Es ist ein Spiegel der Kultur und ein Tor zu einer anderen Welt. Die marokkanische Küche ist reich an Aromen, Gewürzen und Traditionen. Es kann vorkommen, dass das Essen in einem Land wie Marokko anders schmeckt als gewohnt – vielleicht ist es intensiver gewürzt oder Süß kombiniert mit Herzhaft. In solchen Momenten kann es verlockend sein, sich mit den eigenen Gewohnheiten und Vorstellungen zu vergleichen. Doch oft wird gerade das Neue, das Ungewohnte, zu einer der wertvollsten Entdeckungen der Reise. Es geht weniger darum, das Essen sofort als „gut“ oder „schlecht“ zu bewerten, sondern vielmehr darum, sich auf das Abenteuer der Aromen einzulassen und sich die Möglichkeit zu geben, die marokkanische Küche in ihrer vollen Tiefe zu erleben. Im Moment zu sein, sich dem Neuen zu öffnen, kann zu einem kulinarischen Erlebnis führen, das weit über den ersten Eindruck hinausgeht.
„Essen abzulehnen, nicht zu probieren oder gar das Gesicht darüber zu verziehen gilt als absolute Respektlosigkeit und Beleidigung. Selbst wenn man satt ist und etw angeboten bekommt, probiert man etwas und lässt es dann, aber direkte Ablehnung wird als unhöflich empfunden.“
TIPP VON MIRIAM
Die Rolle der Frau – Kulturelle Perspektiven verstehen
Die Rolle der Frau in Marokko ist ein Thema voller Spannungsfelder: zwischen gesetzlichen Fortschritten und gesellschaftlicher Praxis, zwischen urbaner Moderne und ländlicher Tradition. In den großen Städten gibt es moderne Lebensentwürfe und berufstätige Frauen gehören längst zur Realität, gleichzeitig ist es jedoch auch ein Land, in dem Frauen oft in traditionelleren Rollen gesehen werden, was aus westlicher Perspektive als eingeschränkt erscheinen mag. Das bedeutet zum Beispiel, dass Frauen weniger präsent im öffentlichen Raum sind oder in bestimmten Bereichen des Alltags eine andere gesellschaftliche Rolle einnehmen als das viele Europäerinnen gewohnt sind.
Für westliche Besucherinnen kann das zunächst irritierend oder sogar bedrückend wirken – vor allem, wenn man mit der Vorstellung von Gleichberechtigung reist, wie wir es aus Europa kennen. Doch wichtig ist: Was auf den ersten Blick ungewohnt oder „rückständig“ erscheinen mag, ist oft tief in familiären, religiösen oder sozialen Strukturen verwurzelt. Und auch innerhalb Marokkos ist Bewegung: Immer mehr Frauen fordern ihre Rechte ein, übernehmen Führungsrollen, gründen Unternehmen oder gehen selbstbewusst ihren Weg. Beispielsweise setzt sich die Illustratorin und Aktivistin Zainab Fasiki mit ihrer Graphic Novel „Hshouma“ für die Enttabuisierung weiblicher Sexualität und gegen patriarchale Strukturen ein. In einem regionalen Vergleich gilt Marokko als eines der progressivsten Länder Nordafrikas, was die rechtliche Stellung der Frau betrifft. Frauen haben laut Gesetz Zugang zu allen politischen und wirtschaftlichen Funktionen – es gibt Ministerinnen, weibliche CEOs, Bürgermeisterinnen (aktuell sogar in der Hauptstadt Rabat) und etwa ein Viertel der Abgeordneten im Parlament sind Frauen.
Trotzdem ist der Weg zur Gleichstellung kein einfacher. In der Realität bestehen weiterhin viele Diskriminierungen – vor allem im Zivil- und Strafrecht. Zwei besonders umstrittene Themen sind Kinderehen und das Erbrecht. Zwar erlaubt die Gesetzeslage seit 2004 die Heirat von Minderjährigen nur in Ausnahmefällen – de facto wird die Ausnahme aber häufig zur Regel.
„Man kann nicht in ein muslimisches Land mit seinen westlichen feministischen Blick reisen & erwarten dort auf Verständnis und Akzeptanz zu stoßen. WIR sind als Gast in diesem Land und sollten uns bemühen die Kultur dieses Landes mit wertfreier Offenheit und Neugier zu bereisen. Man wird mit herzlicher Gastfreundschaft und eventuell Freundschaften belohnt, welche ein Leben lang halten.“
ZITAT MIRIAM
Ähnlich heikel ist die Diskussion um das islamisch geprägte Erbrecht, das männlichen Erben grundsätzlich den doppelten Anteil zuspricht. Trotz aller Herausforderungen tut sich etwas. Der Anstoß zur aktuellen Reform der Moudawana (Familiengesetzbuch) kam von höchster Stelle: König Mohammed VI. selbst forderte 2022 öffentlich eine gerechtere Gesetzgebung im Sinne der Gleichstellung. Solche Initiativen zeigen, dass der Wandel hin zu mehr Gleichberechtigung in vollem Gange ist.
Als europäische Frau in Marokko unterwegs zu sein, bedeutet, sich auf ein anderes Verständnis von Sichtbarkeit, Raum und Verhalten einzulassen. Es heißt nicht, die eigenen Werte aufzugeben – aber es heißt, mit Respekt zu beobachten, zuzuhören, zu lernen. Statt sich zu verschließen oder zu urteilen, kann man bewusst das Gespräch suchen – mit Einheimischen, mit Frauen vor Ort, mit Menschen. Und vielleicht erkennt man dabei auch, dass Freiheit nicht überall gleich aussieht – aber überall ihren ganz eigenen Ausdruck findet.

Offenheit und Toleranz – Der wahre Wert des Reisens
Reisen in eine fremde Kultur bedeutet nicht nur, neue Orte zu entdecken, sondern auch, alte Denkmuster zu hinterfragen. Kulturelle Unterschiede sind nicht „richtig“ oder „falsch“, sondern Teil des breiten Spektrums menschlicher Erfahrungen. Toleranz und Offenheit sind essentielle Begleiter auf dieser Reise. Sie ermöglichen es, das Ungewohnte nicht als Störung, sondern als Chance zu sehen – als Gelegenheit, sich weiterzuentwickeln, Perspektiven zu wechseln und tiefere Verbindungen zu einer neuen Kultur zu schaffen.
Das Reisen lehrt uns, im Moment zu leben und das zu schätzen, was uns zunächst fremd erscheint. Es geht nicht darum, sofort alles zu verstehen oder zu akzeptieren, sondern darum, sich auf das Abenteuer einzulassen und den Augenblick zu erleben. Wenn wir uns mit Respekt und Offenheit auf eine fremde Kultur einlassen, erweitern wir nicht nur unseren Horizont, sondern bereichern unser eigenes Leben.

In einer Zeit, in der die Welt oft von Spaltung, Missverständnissen und vorschnellen Urteilen geprägt ist, wird die Fähigkeit, einander mit echtem Interesse und Offenheit zu begegnen, immer wertvoller. Reisen – besonders in Länder mit anderen kulturellen und religiösen Prägungen – kann ein wirkungsvoller Weg sein, um Brücken zu bauen, wo sonst Mauern stehen. Es sind nicht perfekte Erlebnisse oder makellose Standards, die uns wirklich verändern, sondern das ehrliche Bemühen, zu verstehen. Wenn wir lernen, uns selbst ein Stück zurückzunehmen, zuzuhören statt zu urteilen, Fragen zu stellen statt zu fordern – dann entsteht etwas, das weit über einen Urlaub hinausreicht: echte Verbindung. Und genau diese Form von Verständnis ist es, die unsere heutige Welt so dringend braucht.
Diese Art zu reisen braucht vielleicht etwas mehr Offenheit – aber sie schenkt auch viel mehr Tiefe.
Text von Julia Fischer und Miriam Stoller
Fotos von Hedda Werres

Hier schreibt Miriam:
Mit Unterstützung unserer Teilnehmerin Miriam haben wir diesen Blogartikel geschrieben. Sie hat selbst Familie in Marokko – unter anderem einen Onkel ganz in der Nähe unseres Camps – und teilt hier ihren Tipp und ihre Einschätzung zu einer häufig gestellten Frage: dem Thema Kleidung:
Gerade weil Imi Quaddar – euer Ort – so klein & intim ist, fällt man als Europäer*in schnell auf, aber die Einheimischen sind „Ausländer*innen“ natürlich gewöhnt. Dennoch sind die Leute nicht so weltoffen vllt wie Menschen aus Großstädten wie Rabat, Tanger usw.
Selbst wenn man den Stil der Europäer kennt, muss man sich bewusst sein welche Blicke man erntet wenn man bauchfrei, BH-los oder knappe Shorts trägt. Ein angepassterer Stil bricht oft die Barriere zu den Einheimischen. Dies wird als respektvoll gesehen und man sieht die Bemühung, dass sich mit der Kultur und Religion auseinandergesetzt wurde.
Auf dem Land und den Bergregionen sehen die Einheimischen besonders hin, da dort nach wie vor alte Denkmuster herrschen. Tragt T-Shirt und Hosen, welche über die Knie gehen und du kannst eigentlich nichts falsch machen!
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