02/03/2025 – 5 min.

Unter Frauen - Wie ist es, in einem rein weiblichen Surfcamp-Unternehmen zu arbeiten?

Frauengeführte Unternehmen brechen alte Strukturen auf, setzen neue Standards und inspirieren Frauen weltweit, ihren eigenen Weg zu gehen. Doch was macht ein von Frauen geführtes Unternehmen so besonders? Und wie beeinflusst es unseren Arbeitsalltag bei WaveSisters?

Die Besonderheiten eines rein weiblich geführten Unternehmens

Frauen gründen Unternehmen anders – und sie führen sie anders. Studien zeigen, dass Unternehmen unter weiblicher Leitung oft mehr Wert auf Kooperation statt Konkurrenz legen, nachhaltiger agieren und soziale Verantwortung betonen. Genau diese Werte sind uns auch wichtig und wir versuchen, sie in unseren Alltag zu integrieren!

Eines der auffälligsten Merkmale vieler frauengeführter Unternehmen ist der Fokus auf Gemeinschaft. Statt eines Konkurrenzdenkens herrscht oft eine Kultur der Unterstützung. Frauen ermutigen sich gegenseitig, teilen Wissen und Ressourcen und bauen starke Netzwerke auf, die über das eigene Unternehmen hinausreichen. Diese Solidarität kann einen entscheidenden Unterschied machen – besonders in männerdominierten Branchen oder Sportarten wie dem Surfen.

In unserem kleinen, familiären Surfcamp leben wir diese Art der Unterstützung und genießen es, gemeinsam etwas Bedeutungsvolles zu erschaffen. Unser Team besteht größtenteils aus Frauen, die sich durch das Surfen kennengelernt haben – Frauen, die sich im und außerhalb des Wassers unterstützen. Was als gemeinsame Leidenschaft begann, ist zu einem Raum geworden, in dem wir zusammen arbeiten, surfen und wachsen können. Und darauf sind wir unglaublich stolz.

“Das Beste daran, in einem rein weiblichen Surfcamp zu arbeiten? Die gemeinsamen Surfsessions – nicht nur mit Kolleginnen, sondern mit Freundinnen.”

Café-Date oder Team-Meeting?

Ein starkes Gemeinschaftsgefühl ist eines der wichtigsten Merkmale unseres Camps. Viele von uns sind seit Jahren befreundet, und diese Energie überträgt sich ganz natürlich auf unsere Gäste. Statt eines Wettbewerbsdenkens pflegen wir eine Atmosphäre der Unterstützung – ob in den Wellen oder hinter den Kulissen. Wir teilen Wissen, Ressourcen und Lachen und schaffen einen Raum, in dem sich jede willkommen und wertgeschätzt fühlt.

Von außen betrachtet, wirken unsere Team-Meetings manchmal wie entspannte Café-Dates. Die erste Frage, die wir uns stellen, hat selten mit Arbeit zu tun – sie lautet: „Wie geht’s dir?“ Und das meinen wir ehrlich – nicht in einem geschäftlichen, sondern in einem persönlichen Sinne. Wir glauben daran, dass Arbeit flexibel genug sein sollte, um sich dem eigenen Wohlbefinden anzupassen.

Diese Offenheit sorgt für eine einzigartige Dynamik, in der sich jede gesehen und unterstützt fühlt. Eine Erkenntnis, die wir aus der Arbeit in einem rein weiblichen Team gewonnen haben: Es gibt keinen Grund für Fassade oder Perfektionismus. Fehler und Wissenslücken werden offen zugegeben, ohne Angst vor Konsequenzen. Lösungen finden wir gemeinsam. Diese Transparenz schafft etwas Besonderes: tiefes Vertrauen.

“Ich möchte einfach mal Danke sagen – für dein Vertrauen, deine Weisheit, deine Freiheit, deine Flexibilität und deine helfende Hand. Ich habe großen Respekt vor dem, was du machst und wer du bist. Ich liebe es, mit dir zu arbeiten!”

Wir teilen alles – unsere Gedanken, Emotionen, Herausforderungen und selbst die kleinen Details, wie wer gerade in welcher Zyklusphase ist (falls wir uns nicht ohnehin schon synchronisiert haben). Das ist eine besondere Form von Intimität, die unsere Verbindung stärkt.

Hierarchien spüren wir in unserem Camp kaum. Jede bringt ihre eigene Expertise mit – sei es als Surfcoach, Yogalehrerin oder Host – und hat das Vertrauen und die Freiheit, ihre Rolle so auszufüllen, wie sie es am besten kann. Während wir uns immer gegenseitig unterstützen, gibt es keine starre Top-down-Struktur. Stattdessen fühlt es sich so an, als sei jede ihr eigener Boss, und wir vereinen unsere Stärken auf eine natürliche, organische Weise.

Herausforderungen eines rein weiblichen Surfcamps

Natürlich bringt die Führung eines kleinen, rein weiblichen Unternehmens auch Herausforderungen mit sich. Surfen ist immer noch eine männerdominierte Welt, und von Frauen geleitete Surfcamps sind selten. Finanzielle Hürden, die Saisonabhängigkeit und die Balance zwischen Geschäft und Privatleben erfordern Kreativität und Durchhaltevermögen. Doch genau darin liegt unsere Stärke: Wir gestalten einen neuen Weg des Arbeitens – einen, der Raum für Leidenschaft, Flexibilität und enge persönliche Verbindungen lässt.

So wertvoll unsere enge Gemeinschaft ist, kann das Überschneiden von Privat- und Berufsleben manchmal auch überwältigend sein. Da wir durch unsere Arbeit so eng zusammenwachsen, verschwimmen die Grenzen zwischen persönlich und professionell. Das erfordert Achtsamkeit und Respekt für den eigenen Rückzugsraum.

Eine weitere Herausforderung ist die Saisonabhängigkeit unserer Arbeit. Für die Hälfte des Jahres sind wir weltweit verstreut, leben in verschiedenen Zeitzonen und führen unterschiedliche Lebensstile. Den Kontakt nicht zu verlieren und das Teamgefühl über die Monate hinweg zu bewahren, braucht Einsatz – doch wir arbeiten aktiv daran. Der Wechsel vom intensiven Saisonbetrieb in andere Jobs oder ein entspannteres Leben in der Nebensaison und die anschließende Rückkehr in den fordernden Camp-Alltag erfordert ebenfalls Anpassung.

 

 

Ein Arbeitsumfeld für freiheitsliebende Surferinnen

Unsere Arbeitsweise ist so flexibel und frei wie unser Leben als Surferinnen. Wir müssen dann ins Wasser, wenn die Bedingungen passen, und sind es gewohnt, ohne starre Zeitpläne zu leben. Gleichzeitig sind wir alle mit dem traditionellen 9-to-5-Arbeitsmodell aufgewachsen und finden noch immer heraus, wie wir diese Strukturen aufbrechen und eine neue Arbeitskultur erschaffen können. Es geht nicht nur darum, ein rein weibliches Unternehmen zu sein – es geht darum, neu zu definieren, wie ein erfolgreiches Arbeitsumfeld für freiheitsliebende Surferinnen aussieht. Wir setzen neue Standards. Und wir sind stark!

 

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Stark im Team – Die Frauen hin unserem Team Portugal

Ein persönliches Wort von Jule

Besitzerin von WaveSisters

Eines der Dinge, die ich am meisten liebe, ist es, Frauen zusammenzubringen. Das schönste Gefühl für mich ist, Verbindungen zwischen Teammitgliedern zu sehen – besonders, wenn ich schon vorher wusste, dass sie perfekt harmonieren würden, aber sie sich noch nicht kannten. Diese entstehenden Bande zu erleben, ist unglaublich bereichernd.

Ein persönliches Highlight für mich war der letzte Herbst in Portugal, als unser größtes Team vor Ort war und einige weitere Teammitglieder zu Besuch kamen. Es war eine riesige Freude, sie endlich zusammenzubringen. Besonders berührend war der Moment, als Leonie, die unsere Buchungen managt, mit ihrer kleinen Tochter Stella vorbeikam. Obwohl sie meist remote arbeitet, ist sie ein zentraler Teil unseres Teams – und sie persönlich dabeizuhaben, war etwas ganz Besonderes.

Diese Momente erinnern mich daran, warum wir tun, was wir tun: Wir erschaffen einen Raum, in dem Frauen sich gegenseitig stärken und unterstützen – beruflich und persönlich.

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