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06/03/2022 – 5 min.

Wetsuit kaufen leicht gemacht

Einen guten Wetsuit zu haben ist Gold wert! Diesen allerdings zu finden ist dagegen gar nicht so einfach.

Das musste ich vor Jahren selbst lernen, beim Kauf meines ersten eigenen Neoprenanzugs.
Damals, noch mit nicht wirklich gut passendem Leihanzug dachte ich mir noch während der Surfstunde: „Ich brauche meinen eigenen Neo, das ist ja nur nervig so.“ Gesagt, getan – gleich nach dem Wasser zu den Surfshops gefahren und den ersten ‚Neo‘ anprobiert. Da fing das Dilemma an: Total ausgepowert nach dem Surfen sich trocken in einer engen Kabine in einen Anzug zu quälen hatte ich unterschätzt. Und nicht nur in einen! Zu groß an den Schultern. Zu eng an den Beinen.

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„Oh es gibt unterschiedliche Dicken? Ich komm zwar rein, bekomm aber kaum Luft. Wo ist denn hier der Reißverschluss?“

 Triefend verschwitzt stand ich vor dem fünften Neo in den ich rein sollte und dachte mir nur, dass ich mein Salzwasser-Schweiß-Gemisch auf der Haut wohl keinem nagelneuen Anzug und seinen potenziellen anderen Anprobierer*innen zumuten konnte.
Also ging ich am nächsten Tag wieder mit dem Leihanzug ins Wasser.

Habe ich am Ende einen Anzug gefunden? Ja, allerdings recht schnell feststellen müssen, dass ich ihn auf jeden Fall mindestens eine Nummer kleiner hätte kaufen sollen.

Um euch den Stress zu ersparen, hier nun die ultimativen Tipps zum Kauf eines Wetsuits.

Wasser das wärmt

Im ersten Sinne sollte der Anzug den Träger warmhalten. Ein dünner Wasserfilm bildet sich zwischen der Haut und dem Material. Diese wärmt sich durch die eigene Körpertemperatur und die Sonneneinstrahlung von außen auf. Sitzt der Neo gut (also nicht zu Locker!) bleibt diese Wasserschicht dort wo sie sich bildet und wärmt. Ist er hingegen zu groß, läuft das Wasser einfach durch und neues, kaltes Wasser läuft ständig in den Anzug.

Andere Funktionen sind der Schutz vor Sonne, Stößen und Wunden. Das Neopren bildet eine Pufferzone zwischen dir und möglichen Gefahrenquellen: Eignes oder fremdes Surfboard, Riffe und harte Untergründe.
Ein weiterer Pluspunkt ist der größere Auftrieb, denn man mit einem Neoprenanzug erfährt.

 

Unterschiedliche Dicken

Nun gibt es für jede Wassertemperatur unterschiedliche Materialstärken. Je kälter das Wasser desto dicker sollte der Anzug sein. Ein 4/3er ‚Neo‘ hat beispielsweise 4mm starkes Material um den Rumpf und 3mm an den Beinen und Armen. Wärmt also an den wichtigsten Stellen des Körpers mehr und schränkt die Bewegungsfreiheit an Armen und Beinen dabei nicht ein.
Allerdings kommt es nicht nur auf die Wassertemperatur an sondern auch auf die Lufttemperatur, kalter Wind, Aktivitätsstärke und -dauer und die eigene Temperaturempfindlichkeit.

 

 

Andere Einflussfaktoren

Was man sich auf jeden Fall fragen sollte, ist wo und wann man denn die meiste Zeit surfen geht. Selbst im südlichen Teil Europa sind die Wassertemperaturen des Atlantiks nicht einheitlich und schwanken zusätzlich sehr mit den Saisonen. Das macht es manchmal schwer den Allrounder unter den Wetsuits zu finden und viele, die öfters im Jahr zum Surfen kommen haben zwei Anzüge.
Desswegen sollte man sich fragen wie oft man wohl zum Surfen kommt und wie viel man investieren will. Es gibt so viele unterschiedliche Preis- und Qualitätsklassen, dass man leicht den Überblick verliert.

 

High-End vs. Einsteiger

Die größten Unterschiede liegen hier bei der Elastizität des Materiales und die Verarbeitung der Nähte. Teure Modelle versprechen besseren Tragekomfort und mehr Performance durch flexibleres Material. Die Machart der Nähte haben großen Einfluss auf die Dichtheit des Anzuges. Es gibt ganz einfache, simpel vernähte ‚Neos‘, aber auch verklebte oder verschweißte. Und die Kombination aus allem! Durch immer neue Technologien im Material versprechen Hersteller oft eine bessere Wärmespeicherung bei geringerer Dicke. Also wunderbar warme Neo’s ohne Einbüßen des Tragekomforts. Länger halten tun teure Wetsuits meistens allerdings nicht als günstige. Geht ihr nur ein paar Wochen im Jahr surfen habt ihr wahrscheinlich einen neuen Freund für die nächsten Jahre. Seid ihr viel unterwegs ist ein Neo meist nach ein bis zwei Saisons eigentlich ‚ausgesurfed‘.

 

 

Marken wie Sand am Meer

Die Qual der Wahl bei so vielen Marken! A und O bei der Wahl ist die Passform der Anzüge. Jede Marke schneidet anders und das ist vor allem für uns Ladies wichtig! Informiert euch vor ab bei den Herstellern und ihren Größentabellen. Und probiert, probiert, probiert!

Es gibt inzwischen viele kleine Brands die den großen Namen in nichts nachstehen bzw. diese in Preis-Leistung übertreffen.

 Wenn ihr unterwegs seid, immer die Augen offen halten auch nach lokalen Marken.
Inzwischen gibt es viele Marken die auf ökologisch und nachhaltig produzierte Waren wertlegen. Neopren muss nicht immer aus schädlichen Materialien hergestellt sein, sondern auch aus recycelten oder natürlichen, wie beispielsweise Yulex.

Ansonsten, klar Farbe und Design. Ich denke die meisten würden lügen wenn sie leugnen darauf zu achten. Wer will schon mit einem hautengen Anzug in einem ihm/ihr unangenehmen Design Stunden im Wasser und am Strand verbringen.

 

 

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Hi, danke fürs Vorbeischauen!

Ich bin Jule. Ihr kennt mich vielleicht als Managerin von WaveSisters. Wetsuits habe ich so einige über die Jahre gesammelt: Kurz, lang, halblang, dünn, dick, Neopren-Bikini,… Benutze sie auch bis sie wirklich löchrig und untragbar werden. Bekomme dafür immer mal wieder doofe Kommentare ab. Aber ich finde ein ausgedienter 4/3er Neo mit ein paar Löchern und dünn gewordenem Material, lässt sich super immer noch für warme Tage verwenden! Und schont die Umwelt!

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. Julia

    Sehr interessant und hilfreich. Aber könnt ihr auch was zur Pflege sagen?

    1. Steffi - WaveSisters

      Ja klar! Ist auch super wichtig, wäre nur zu lange geworden für einen Artikel. Aber kommt in nächster Zeit!

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