Teil 2 Die WaveSisters Nachhaltigkeitsreihe

5 Tipps für mehr Nachhaltigkeit während des Surfurlaubs.

1.     Überhaupt nicht daneben: Nachhaltig reisen in der Nebensaison.

Man hat es schon mal irgendwo gehört: Reisen in der Nebensaison ist nachhaltiger als dann zu reisen, wenn es alle anderen auch tun. Aber warum ist das so?

Bei diesem Punkt geht es weniger darum, das Klima zu schützen als den Menschen vor Ort einen Gefallen zu tun und somit sozial nachhaltiger zu handeln. Für die Population im Gastgeberland kann der Massentourismus während der Hauptreisezeit nämlich ganz schön anstrengend sein. Volle Line-ups mit Deutschen, Österreichern und Engländern, die die lokalen Gepflogenheiten und die Surf Etiquette nicht kennen, stellen die Nerven der Locals auf die Probe.

Es wird so viel (Trink-)Wasser verbraucht wie das ganze restliche Jahr nicht, Müll produziert ohne Ende und die Straßen sind voll mit Leihwägen und Reisebussen. Wer also als Tourist kein Teil des Massentourismus ist, entlastet die Destination zumindest ein bisschen.

Außerdem tust du den Menschen vor Ort etwas Gutes, da du während der ruhigen Periode im Jahr trotzdem für ein Einkommen im Tourismus sorgst. Es schont nicht nur die Nerven der Einheimischen, sondern auch dein Portemonnaie, denn die Preise in der Nebensaison sind logischerweise viel günstiger als zu den Zeiten, in denen sich die Touristen durch die Destination schieben.

  1. Lokal vs. global: Nachhaltig einkaufen im Surfurlaub.

So ein großer Discounter, den wir aus der Heimat kennen ist im Ausland verlockend und praktisch. Riesige Supermarktketten ploppen da auf, wo viele Menschen Urlaub machen, nehmen dem lokalen Markt die Kunden weg und zerstören nebenbei auch noch die Szenerie vor Ort.

Da wir das nicht vermeiden können und jeder gerne mal in Lidl und Co huscht, kannst du zumindest versuchen für Alltägliches den lokalen Markt oder Minimärkte aufzusuchen. Obst, Gemüse, frisches Brot und Fisch bekommst du am günstigsten und in hervorragender Qualität auf den Wochenmärkten, die in den meisten Urlaubsregionen in Europa mindestens einmal die Woche stattfinden.

Apropos Fisch: Nur weil du an der Küste Urlaub machst, heißt das nicht, dass jeder Fisch hier immer frisch und aus der Region kommt. Viele Gebiete in Portugal oder Spanien sind generell oder für gewisse Fischarten überfischt und die Nachfrage nach Meerestieren muss von Anderswo bedient werden. Frage deshalb in lokalen Restaurants nach dem Fisch des Tages oder regionalen Fischarten, um dir und der Umwelt etwas Gutes zu tun.

Eine Möglichkeit zu überprüfen, welcher Fisch auf deinem Teller landen sollte bietet der WWF. Der übersichtliche Einkaufsguide für Fisch und Meeresfrüchte mit einfachem Ampelsystem zeigt dir die Fischarten, die du laut der Organisation bedenkenlos essen kannst.

 

3. Gleitsport vs. Motorsport: Die umweltfreundliche Spotauswahl.

 

Du schälst dich morgens aus dem Bett und willst dich gleich in die Fluten stürzen. Mit Brett natürlich und den besten Bedingungen. Der Forecast war gut, doch beim Spotcheck vor Ort merkst du, dass es irgendwie anders aussieht als auf Magicseaweed vorhergesagt. Also zurück ins Auto und weiterfahren. So wird Surfen schnell zum Motorsport und statt übers Wasser gleitest du stundenlang über den Asphalt. Um das zu vermeiden und möglichst wenig Sprit zu verbrauchen, mach es doch mal so:

 

  1. Sieh dir den Forecast wie gewohnt an und suche dir mögliche Spots für die nächsten Tage heraus.
  2. Vor der Abfahrt checkst du die Webcams, die mittlerweile an vielen europäischen Küsten ein gutes Bild von den Wellen abgeben. Diese Webcams werden auf unterschiedlichen Seiten zur Verfügung gestellt. Die bekanntesten sind Magicseaweed für weltweite Locations und meo.beachcam für Portugal. Nach und nach versuchen Webcam-Anbieter weitere Spots abzubilden. Am besten googelst du „Beachcam“ oder „Webcam“ und den Namen der Region oder des Strandes, damit du die passenden Anbieter für diesen Spot findest. Sieht es dann auch noch so aus wie du es haben willst, kannst du dich auf den Weg machen.
  3. Angekommen, machst du erstmal einen Spotcheck. Suche dir dafür einen hohen Punkt, an dem du einen guten Überblick hast. Siehst du Surfer, die Spaß haben? Ist die Wellenhöhe deinem Niveau entsprechend und kannst du erkennen, wie du raus und auch wieder zurückkommst? Dann verschwende deine Zeit nicht länger mit durch die Gegend fahren und fange an zu paddeln! Die Bedingungen können sich schnell ändern, Wind kann aufkommen und gerade beim Surfen hat Fomo (Fear of missing out) keinen Platz. Wenn du deinen Vormittag damit verbringst, immer bessere Spots zu suchen, kommst du am Ende gar nicht ins Wasser oder erst dann, wenn das Line-up überfüllt ist und du einen Tank leer gefahren hast.

4. Mach Schluss mit Flaschen: ADÉ zu PET.

“Trinkt ihr das Wasser hier?”, ist eine der ersten Fragen von neuen Gästen in Surfcamps und Surf-Hostels. Verunsicherte Reisende, die unzählige Horrogeschichten über Krankheitserreger im verunreinigten Trinkwasser gelesen haben, würden am liebsten gleich containerweise Wasser im Supermarkt kaufen.

In vielen Ländern mit tollen Surfbedingungen ist das Trinkwasser leider wirklich recht mies. Zumindest geschmacklich lässt es zu wünschen übrig während Krankheiten in Europa meist nicht über das Leitungswasser übertragen werden. Wir müssen also in den Supermarkt rennen und riesige Plastik-Kanister Trinkwasser besorgen, um ausreichend hydriert zu sein. Oder? Für weniger Plastikflaschen-Müll in Reisedestinationen, die oftmals nicht hinterherkommen, den Müll anständig zu recyceln kannst du dir folgende Anschaffungen überlegen:

  • Einen Wasserfilter für die Reise, den du auf eine Trinkflasche aufsetzen kannst und so direkt gefiltertes Wasser bekommst. Diese Filter reinigen übrigens mit Aktivkohle. Hier gibt es verschiedene Anbieter und Varianten mit Strohhalm oder Aktivkohle-Stab. Recherchiere am besten und finde heraus, welche Option für dich ideal ist.
  • Wasseraufbereitungstabletten: Es gibt unterschiedliche Tropfen oder Tabletten, die Leitungswasser verträglich machen. Leider bringen diese Tabletten einen Beigeschmack mit sich. Mit einem Spritzer Zitrone und gut gekühlt, kannst du das so aufbereitete Wasser genießbar machen.
  • Du kannst das Wasser auch einfach in einem großen Topf abkochen und dann ausgekühlt in eine Trinkflasche füllen.
  • Augen zu und durch: Solange das Trinkwasser nicht durch Schwebstoffe verunreinigt ist oder ausdrücklich davor gewarnt wird, es zu trinken, kannst du für die Dauer deines Aufenthalts deine Trinkflasche auffüllen und das Wasser “genießen”. Solltest du starke Nebenwirkungen spüren, kannst du dir immer noch einen Filter besorgen oder das Wasser abkochen.
  • Solltest du länger an einem Ort bleiben, kannst du auch den Kauf eines Umkehrosmoseautomaten in Betracht ziehen. So ein Ding kostet 200 Euro und lohnt sich daher vor allem, wenn du in ein Gebiet ziehst, an dem die Wellenqualität konstanter ist als die Wasserqualität.

5. Der 2-Minuten Ocean Cleanup

Es tut nicht weh eine Plastiktüte, die einem im Line-up entgegen schwimmt in den Wetsuit zu stecken und draußen in einen Recyclingcontainer zu werfen. Es ist auch keine große Mühe ein paar Zigarettenstummel, die unachtsame Raucher am Strand gelassen haben nach der Session aufzusammeln oder das Aufwärmtraining mit einer Runde Beach Cleanup zu verbinden.

Klar, du wirst die Welt dadurch nicht retten aber vielleicht eine Möwe davor bewahren an dem Plastikstöpsel zu ersticken, einen Fisch davor retten an den Giften in dem Zigarettenstummel zugrunde zu gehen oder verhindern, dass andere Lebewesen ihre Nachkommen mit Müll füttern, der einfach im Magen bleibt, statt verdaut zu werden. Eventuell inspirierst du mit deiner Zwei-Minuten-Aufräumaktion auch andere Strandbesucher ihren Müll nicht liegenzulassen oder sogar einmal selbst etwas aufzuheben und zu entsorgen.

Wir hoffen, der Blogbeitrag hat Spaß und vor allem neue Inputs gebracht! Bis bald in den Wellen.

Von WaveSisters Allgemein